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Neue Herausforderungen

Neben der Andersartigkeit der pro-aktiven Arbeit sind im Laufe der Zeit neue Anforderungen in diesem Aufgabenfeld entstanden:

a. Ungebremster Anstieg der Vermittlungen

Seit 2002 hat sich die jährliche Anzahl der Anzeigen und der Wohnungsverweisungen bei der Polizei in Düsseldorf vervierfacht. Beratungsvermittlungen durch die Polizei gibt es inzwischen sogar fast sechsmal so oft wie zu Beginn der Regelungen: Von 69 Vermittlungen in 2002 stieg die Anzahl in 2012 auf 356 Vermittlungen an.
Gleichzeitig sind die Zahlen der Beratungsanfragen von Selbstmelderinnen gleichbleibend hoch. Allein das wachsende Aufkommen der Vermittlungen durch die Polizei erfordert zusätzliche Kapazitäten.

b. Neue Zielgruppen

Der pro-aktive Ansatz erreicht insbesondere Gewaltopfer, die bislang selten Zugang zum Hilfenetz in Düsseldorf hatten. Die Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund in diesem Arbeitsfeld ist höher als bei den Selbstmelderinnen in der Frauenberatungsstelle. Die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund umfasst Menschen, die ihre Wurzeln in einer anderen Kultur haben, egal ob sie erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben oder schon lange hier sind, vielleicht sogar die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Für viele ist das deutsche (Hilfe-)System anscheinend noch sehr wenig vertraut. Erst über den Notruf bei der Polizei und die Vermittlung an die Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt erhalten sie die notwendigen Informationen und Hilfen.

In den vergangenen Jahren stieg auch die Anzahl der männlichen Opfer Häuslicher Gewalt an, die die Polizei ermittelte. Es gab deshalb zunehmend Vermittlungen von männlichen Opfern, die adäquate Unterstützung benötigen. Gerade weil es für Männer oft sehr schwer ist, Hilfe und Unterstützung anzunehmen, insbesondere wenn sie in der Opferposition sind, ist es wichtig, ein erstes Angebot so annehmbar wie möglich zu gestalten. Die gendergerechte Ausgestaltung der pro-aktiven Beratung in der Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt kann den ersten Schritt in das bestehende System für männliche Opfer Häuslicher Gewalt enorm erleichtern.

In der Mehrzahl der Fälle Häuslicher Gewalt sind Kinder/Jugendliche mitbetroffen. In den Gesprächen mit den erwachsenen Opfern ist das Problem der fehlenden Unterstützung für die Minderjährigen immer wieder Thema.

c. Netzwerkarbeit

Die Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt agiert an der Schnittstelle zwischen Gefahrenabwehr/Strafverfolgung und psychosozialer Opferhilfe. Das lückenlose Ineinandergreifen der jeweiligen Angebote ist zum Schutz und zur optimalen Unterstützung der Opfer notwendig. Eine enge Kooperation mit allen Beteiligten ist deshalb für die Arbeit unabdingbar.

Dazu ist nicht nur die regelmäßige Abstimmung mit der Polizei sondern auch die enge Zusammenarbeit mit anderen Behörden, Institutionen und freien Trägern erforderlich. Die Hilfen für die Betroffenen müssen aufeinander abgestimmt werden. Die individuelle Situation, insbesondere auch der Grad der akuten Gefährdung sind dabei zu berücksichtigen. Über die einzelfallbezogene Zusammenarbeit hinaus ist eine einzelfallunabhängige Vernetzung von zentraler Bedeutung.

Die Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt ist Bestandteil des Düsseldorfer Interventionsprojektes gegen Häusliche Gewalt. In diesem Netzwerk wird kontinuierlich interinstitutionell und -professionell zur Bekämpfung Häuslicher Gewalt zusammen gearbeitet.

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